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Binge Eating Störung

Die Binge Eating Störung (BES oder BED = Binge Eating Disorder) gehört zu der Gruppe der Essstörungen. Die Betroffenen konsumieren dabei innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln.

Binge Eating ist ein relativ neuer Krankheitsbegriff, der in den USA entwickelt wurde und auch in Europa zunehmend Beachtung findet. An einer BES erkrankte Personen können nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören müssen. Im Gegensatz zur Bulimia nervosa ergreifen die Betroffenen keine Maßnahmen wie Erbrechen oder exzessives Sporttreiben, um einer möglichen Gewichtszunahme entgegenzuwirken.

Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Binge Eating Störung leiden; die genaue Zahl ist aber nicht bekannt. Anders als bei Magersucht oder Bulimie sind auch viele Männer betroffen. Die Ursachen für eine BES sind weitgehend unbekannt. Bei der Therapie der Binge Eating Störung zeigen vor allem verhaltenstherapeutische Ansätze Wirkung.

 

Definition

Der Begriff der Binge Eating Störung (BES) wurde erstmals 1959 geprägt. Als eigenständige Diagnose gibt es ihn in den USA erst seit 1994. Binge bedeutet im Englischen so viel wie schlingen.

Eine BES liegt dann vor, wenn wenigstens an zwei Tagen in der Woche über einen Zeitraum von sechs Monaten Essattacken (Binge Eating) auftreten. Dabei nehmen die Betroffenen innerhalb eines abgegrenzten Zeitraums eine ungewöhnlich große Nahrungsmenge auf. Sie können nicht kontrollieren, wie viel sie essen oder wann sie mit dem Essen aufhören. Sie essen auch dann, wenn sie nicht hungrig sind, bis ein unangenehmes Völlegefühl einsetzt. Die Essattacken werden als Belastung empfunden.

Die sich die Betroffenen in der Regel für ihre unkontrollierten Essattacken schämen, essen sie bevorzugt allein. Nach dem Essen treten Gefühle von Ekel, Schuld auf und es kann zu Depressionen kommen.

 

Häufigkeit

Untersuchungen in den USA haben ergeben, dass etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Binge Eating Störung leiden; die genaue Zahl ist aber nicht bekannt. Frauen sind dabei nur etwa 1,5-mal häufiger betroffen als Männer. Anders als bei Magersucht oder Bulimie leiden also auch viele Männer an einer BES.

 

Ursachen

Die genauen Ursachen der Binge Eating Störung (BES) sind bisher nicht bekannt. Es scheint, wie bei anderen Essstörungen, mehrere ursächliche Faktoren zu geben.

Häufig führen Gefühle von Ärger, Frustration, Langeweile oder Depressionen zu einer Essattacke. Man vermutet, dass unangenehme Empfindungen durch den Essvorgang auf angenehme Empfindungen umgelenkt werden. Auch sind Menschen mit emotionalen Schwierigkeiten manchmal unfähig, Hunger von anderen unbehaglichen Gefühlszuständen zu unterscheiden.

Übergewichtige haben ein höheres Erkrankungsrisiko für die Binge Eating Störung als Normalgewichtige. Häufig gehen eine lang andauernde Unzufriedenheit mit der eigenen Figur und vielfache Diätversuche einer Binge Eating Störung voraus. Auch Modetrends, Schlankheitswahn und ein Überfluss an Nahrungsmitteln scheinen Einfluss auf die BES zu haben.

 

Symptome

Bei einer Binge Eating Störung (BES) kommt es zu regelmäßigen unkontrollierten Essattacken, bei denen enorme Nahrungsmengen in relativ kurzer Zeit verschlungen werden. Nach dem übermäßigen Essen entwickeln sich ausgeprägte Ekelgefühle gegen die eigene Person sowie Schuldgefühle und depressive Verstimmungen.

Übergewichtige haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko für die Binge Eating Störung als Normalgewichtige. Durch die Binge Eating Störung nehmen die Betroffenen außerdem zusätzlich zu, da sie nach den Essattacken keine kompensatorischen Verhaltensweisen wie Erbrechen, übermäßige körperliche Aktivität oder Abführmittelgebrauch zeigen.

Viele Betroffene neigen zu depressiven Verstimmungen oder Depressionen. Weitere mögliche Begleitsymptome der Binge Eating Störung können zum Beispiel Ängste, eine erhöhte Leistungsorientierung oder Schlafstörungen sein.

 

Diagnose

Die Diagnose einer Binge Eating Störung (BES) ergibt sich durch die ausführliche Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese).

Wichtig bei der Diagnosestellung der Binge Eating Störung ist die Abgrenzung zur Bulimie, der so genannten Ess-Brech-Sucht. Bei dieser Essstörung treten ebenfalls Essattacken auf. An Bulimie Erkrankte versuchen aber typischerweise, durch drastische Maßnahmen zu verhindern, dass die aufgenommene Nahrungsmenge zu einer Gewichtszunahme führt, so zum Beispiel durch:
- selbst ausgelöstes Erbrechen
- Fasten
- übermäßige körperliche Anstrengung zum Verbrennen von Kalorien
- Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmedikamenten

Diese Verhaltensweisen treten bei der Binge Eating Störung in der Regel nicht auf.

 

Therapie

Die Therapie einer Binge Eating Störung (BES) verfolgt mehrere Ziele. Zum einen sollen Häufigkeit und Ausmaß der Essattacken reduziert werden. Zum anderen soll die zugrunde liegende Problematik behandelt werden. Bei Übergewichtigen wird darüber hinaus angestrebt, Gewicht zu reduzieren beziehungsweise eine weitere Gewichtszunahme zu verhindern.

Wenn der Betroffene es aus eigener Kraft beziehungsweise mit Anleitung zur Selbsthilfe nicht schafft, die Binge Eating Störung in den Griff zu bekommen, sollten therapeutische Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als die am besten untersuchte Behandlungsform in Bezug auf die Binge Eating Störung. Die verhaltenstherapeutische Therapie der Binge Eating Störung ähnelt den Behandlungsstrategien, die für die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) entwickelt wurden. Das Ziel ist dabei, das Essverhalten zu normalisieren und den Essrhythmus zu regulieren. Oft wird dazu ein Tagebuch über die aufgenommene Nahrungsmenge geführt. Dies hilft, Stimmungen, Gefühle und Gewohnheiten herauszufinden, die zu Essattacken führen können.

Verhaltenstherapeutische Strategien können helfen, eine vermehrte Selbstkontrolle bei der Binge Eating Störung zu gewinnen. Außerdem werden Bewältigungsstrategien für Stressfaktoren, die zu Essattacken führen, erarbeitet.

Medikamentöse Therapie

Bestimmte Medikamente, die zur Behandlung der Bulimie eingesetzt werden, können unterstützend auch bei der Binge Eating Störung verordnet werden. Hierzu zählen beispielsweise trizyklische Antidepressiva, selektive Serotonon-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) sowie die Wirkstoffe Topiramat und Sibutramin. Allerdings treten bei vielen Betroffenen die Essanfälle erneut auf, wenn die Medikamente abgesetzt werden.

Weitere Therapieansätze

Gelegentlich werden bei der Binge Eating Störung verhaltenstherapeutische Behandlungsverfahren mit psychodynamischen Therapieansätzen kombiniert. Hier wird vor allem untersucht, welche Konflikte und Belastungen sich hinter der Binge Eating Störung verstecken und welchen Stellenwert diese in der eigenen Lebensgeschichte haben.

 

Verlauf

Die Binge Eating Störung (BES) kann bei adäquater Behandlung mit guten Erfolgsaussichten therapiert werden. Ohne Behandlung kann es jedoch zu schweren psychischen sowie körperlichen Problemen kommen.

 

Komplikationen

Während der Essattacken im Rahmen einer Binge Eating Störung werden häufig Nahrungsmittel konsumiert, die viele Kohlenhydrate und Fette enthalten. Aufgrund des möglichen Übergewichts haben Betroffene ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erkrankungen wie zum Beispiel:

- Diabetes mellitus
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt
- Gallenblasen- und Herzerkrankungen
- Gelenkleiden

Psychische Folgen einer BES können beispielsweise Antriebslosigkeit, Depressionen oder soziale Isolation sein.

 

Vorbeugen

Der Binge Eating Störung kann nur bedingt vorgebeugt werden. Fällt bei einem Familienmitglied oder Freund ein unkontrolliertes Essverhalten auf, ist es ratsam, mit der Person darüber zu sprechen und sie zu einer Beratung zu motivieren. Dadurch können möglicherweise die Ausprägung und der Verlauf der BES positiv beeinflusst werden.

 

 

Quelle: Onmeda


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