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Bulimie (Bulimia nervosa)

Die Bulimie (Bulimia nervosa) ist eine Essstörung, die umgangssprachlich als Ess-Brech-Sucht bezeichnet wird. Sie geht mit Essanfällen und anschließend selbst ausgelöstem Erbrechen sowie Missbrauch von Medikamenten einher. Dabei haben die Betroffenen primär Angst vor einer Gewichtszunahme.

Im Gegensatz zur Magersucht (Anorexia nervosa) oder Binge-Eating-Störung sind die von Bulimie Betroffenen (zumeist Frauen) meist normalgewichtig. Die Ursachen der Bulimie reichen von psychischen und familiären Belastungen über biologische Faktoren bis hin zum gesellschaftlichen Schlankheitsideal.

Typische Symptome einer Bulimie sind Essanfälle, Depressionen, in vielen Fällen Erbrechen und dadurch ausgelöste Folgeschäden (Karies, Elektrolytmangel). Die Betroffenen versuchen, ihre Essstörung geheim zu halten. Daher wird im Durchschnitt erst nach etwa fünf Jahren der erste Behandlungsversuch unternommen.

Die Therapie der Ess-Brech-Sucht zielt darauf ab, das Essverhalten zu normalisieren. Im Anschluss werden die zugrunde liegenden Ursachen der Bulimie psychotherapeutisch behandelt. Im Einzelfall wird die Krankheit zusätzlich medikamentös behandelt. Die Prognose der Bulimie hat sich in den letzten Jahren verbessert: In 40 Prozent der Fälle kommt es zu einer deutlichen, in 20 Prozent zu einer geringen Besserung. Allerdings verläuft die Bulimie in weiteren 40 Prozent der Fälle chronisch.

 

Definition

Die Bulimie (Bulimia nervosa) ist eine Essstörung, die durch wiederkehrende Essattacken gekennzeichnet ist. Der Begriff Bulimie bedeutet sinngemäß Ochsenhunger. Das Wort nervosa deutet auf die psychische Komponente der Bulimie hin. Umgangssprachlich wird dieses Krankheitsbild häufig auch Ess-Brech-Sucht genannt.

Während einer bei der Bulimie typischen Essattacke werden große Mengen kalorienhaltiger Nahrungsmittel verzehrt. Da die Betroffenen sich stark mit ihrem Gewicht beschäftigen und große Angst vor der Gewichtszunahme haben, erbrechen sie nach dem Essen häufig oder nehmen Abführmittel ein. Zwischen den Essattacken versuchen die Betroffenen, eine Diät einzuhalten. Das Gewicht der Betroffenen liegt bei der Bulimie in der Regel im unteren Normbereich; häufig zeigen sich aber Zeichen der Mangelernährung.

Es werden zwei verschiedene Typen von Bulimie unterschieden:

Purging-Typ: Nach den Essattacken erbrechen die Betroffenen oder nehmen Abführ- oder harntreibende Mittel ein.

Nicht-purging-Typ: Es liegen Essattacken ohne Erbrechen oder andere Maßnahmen vor.

Der Purging-Typ ist bei der Bulimie häufiger als der Nicht-purging-Typ. Die Bulimie ohne Erbrechen wird definitionsgemäß von der so genannten Binge-Eating-Störung abgegrenzt, bei der Essanfälle in Verbindung mit Übergewicht, schnellem Essen und Essen ohne Hungergefühl auftreten.

 

Abgrenzung zu anderen Essstörungen

Neben der Magersucht (Anorexia nervosa) ist die Bulimie (Bulimia nervosa) eine typische Essstörung. Der Unterschied zwischen Magersucht und Bulimie ist oft schwierig zu erkennen.

Gemeinsam ist beiden Essstörungen die extreme Angst vor einer Gewichtszunahme. Während bei der Magersucht starker Gewichtsverlust mit Untergewicht durch verminderte Nahrungsaufnahme im Vordergrund steht, ist das Hauptmerkmal der Bulimie das wiederholte Auftreten von Essattacken. Von Magersucht oder Bulimie Betroffene unterscheiden sich außerdem durch ihr Gewicht: Von einer Magersucht wird erst ab einem bestimmten Untergewicht gesprochen, während das Gewicht bei der Bulimie in der Regel im unteren Normbereich liegt. Gewichtsverlust oder das Halten des Gewichts können bei der Bulimie sowie bei der Magersucht herbeigeführt werden, indem gehungert und Diät gehalten wird sowie durch Erbrechen oder mithilfe von Abführ- oder harntreibenden Mitteln.

 

Häufigkeit

Die Bulimie (Bulimia nervosa) findet sich mit größerer Häufigkeit bei Frauen als bei Männern, obwohl der Anteil der Männer bei den Essstörungen in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Auffällig ist, dass die Bulimie gehäuft in der Mittel- und Oberschicht auftritt. In der weiblichen Bevölkerung findet sich in der Altersgruppe zwischen 18 und 35 Jahren bei etwa 2,5 Prozent eine Bulimie. Bei der Hälfte der Betroffenen liegt eine so genannte anorektische Bulimie vor – dies bedeutet, der Bulimie ging eine Magersucht voraus. Etwa 80 Prozent aller Betroffenen sind jünger als 22 Jahre, wenn sie eine Bulimie entwickeln.

Etwa sechs Prozent der weiblichen Teenager berichten, dass sie erbrechen und Abführmittel einnehmen, um Gewicht zu verlieren.

 

Ursachen

Die Ursachen für Bulimie (Bulimia nervosa) sind in der Regel schwer zu erfassen und finden sich in der gesamten Lebensgeschichte der Betroffenen. Es handelt sich meist um eine Kombination psychologischer, biologischer, familiärer, genetischer, sozialer und umgebungsbedingter Faktoren. Die Bulimie ist eine so genannte multifaktoriell ausgelöste Erkrankung. Das bedeutet, dass bei einer Bulimie die Ursachen nicht an einer einzigen Begebenheit, Eigenschaft oder einem Erlebnis festzumachen ist. Die Bulimie entsteht aus dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren.

Bei vielen Betroffenen gehen belastende Ereignisse, zum Beispiel der Tod eines Angehörigen oder besondere, überfordernde Leistungssituationen, der Bulimie voraus. Auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit und Jugend, wie sexueller oder körperlicher Missbrauch, können die Ess-Brech-Sucht mit verursachen.

Das bei einer bestehenden Bulimie veränderte Essverhalten hat biologische und psychologische Konsequenzen. Diese führen dazu, dass die Bulimie auch dann bestehen bleibt, wenn die auslösenden Faktoren nicht mehr vorhanden sind.

 

Gesellschaftliches Schlankheitsideal

In der westlichen Gesellschaft gilt ein Schönheitsideal, das insbesondere von Frauen einen schlanken Körper fordert. Die Konfrontation mit diesem Ideal findet Tag für Tag statt, beispielsweise in der Werbung. Etwa 20 Prozent aller Frauen machen daher regelmäßig eine Diät. Verläuft diese erfolgreich, hat dies häufig positive Konsequenzen, wie Komplimente oder Respekt. Gewichtskontrolle und Schlanksein können somit zu einer wichtigen Quelle des Selbstbewusstseins werden. Deshalb sind gerade junge Frauen, die während der Pubertät bezüglich ihres Körpers unsicher sind, besonders anfällig für Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie, wenn sie versuchen, ihr Gewicht dem Schlankheitideal anzupassen.

 

Familiäre Einflüsse

Wenn eine Bulimie (Bulimia nervosa) besteht, sind häufig bestimmte Auffälligkeiten in der Familienstruktur der Betroffenen zu finden. Menschen mit Bulimie wachsen meist sehr behütet auf. In den Familien herrscht in der Regel ein erhöhter Leistungsdruck, Konflikte werden hingegen selten angesprochen und gelöst. Ob diese Faktoren eine ursächliche Rolle bei der Entstehung der Bulimie spielen, ist umstritten. Von Bulimie Betroffene haben häufig Schwierigkeiten, selbstständig zu werden. Das kann die Folge der Überbehütung sein. Möglicherweise hat aber erst die mangelnde Selbstständigkeit dazu geführt, dass die Eltern sich besonders stark um ihr Kind kümmern.

 

Biologische Faktoren

Einen Hinweis auf mögliche genetische Ursachen einer Bulimie (Bulimia nervosa) geben die erhöhten Risikozahlen für Verwandte von Menschen mit Essstörungen. Ist bei eineiigen Zwillingen einer von Bulimie betroffen, hat der andere beispielsweise ein sehr viel höheres Risiko, eine Bulimie zu entwickeln, als normale Geschwister. Ein weiterer Risikofaktor für die Entwicklung einer Bulimie kann ein genetisch bedingter niedriger Energieverbrauch sein. In diesem Fall neigen die Betroffenen trotz normaler Nahrungsaufnahme zu einem höheren Körpergewicht.

 

Symptome

Das typische Symptom der Bulimie (Bulimia nervosa) sind die wiederholt auftretenden Essanfälle. Während dieser Anfälle nehmen die Betroffenen in kurzer Zeit große Nahrungsmengen zu sich, ohne die Nahrungsaufnahme kontrollieren zu können. Es handelt sich meist um kohlenhydrat- und kalorienreiche Speisen wie Gebäck, Schokolade, Kartoffelchips oder Pudding. Der Kalorienverbrauch kann bei einem solchen Essanfall bis zu 10.000 Kalorien betragen. Die Anfälle treten in der Regel mehrmals wöchentlich, in einigen Fällen täglich auf. Damit nicht auffällt, welche enormen Nahrungsmengen die Betroffenen verbrauchen, gehen sie häufig in viele verschiedene Supermärkte, in denen sie jeweils nur eine kleine Menge einkaufen. 20 Prozent der von Bulimie Betroffenen begehen Ladendiebstähle, um sich Nahrungsmittel zu besorgen.

Ein Anzeichen für Bulimie ist die bei den Betroffenen vorliegende so genannte Körperschema-Störung: Sie nehmen sich selbst als dicker wahr, als sie wirklich sind. Bulimische Menschen beschäftigen sich andauernd und übertrieben mit ihrem Gewicht. Ihre Figur ist entscheidend für ihr Selbstwertgefühl. Deshalb wird bei der Bulimie die nach dem Essanfall befürchtete Gewichtszunahme als sehr bedrohlich erlebt – viele der Betroffenen greifen zu Maßnahmen der Gewichtskontrolle. Dazu führen sie meist ein Erbrechen herbei oder nehmen große Mengen harntreibender Medikamente oder Abführmittel ein. Infolgedessen kommt es mit der Zeit zu körperlichen Veränderungen:

Durch das Erbrechen entwickelt sich Karies, außerdem entstehen Schwielen an den Fingern. Manchmal ist bei der Bulimie eine Schwellung der Speicheldrüsen zu beobachten. Durch die Abführ- oder harntreibenden Mittel kann es zu Nebenwirkungen im Magen-Darm- oder Nierenbereich kommen.

Die sich bei der Bulimie abwechselnden Essanfälle und Diäten können zu starken Gewichtsschwankungen führen. Im Durchschnitt bleibt das Gewicht jedoch im Normalbereich. Trotzdem treten bei der Bulimie Symptome der Mangelernährung auf. Es kommt zu Veränderungen im Vitamin- oder Elektrolythaushalt. Durch Kaliummangel können in ausgeprägten Fällen Herzrhythmusstörungen entstehen. Die Fehlernährung bei der Bulimie führt außerdem zu hormonellen und Stoffwechselveränderungen, die den Energieverbrauch herabsetzen. Unter diesen Bedingungen nehmen die Betroffenen bei normaler Kalorienzufuhr kurzfristig an Gewicht zu. Da sie nun versuchen, ihr Gewicht verstärkt zu kontrollieren, entsteht ein Teufelskreis, der für Bulimie typisch ist.

Auf psychologischer Ebene ist zu beobachten, dass das gestörte Essverhalten bei Bulimie häufig mit einem veränderten Sozialverhalten einhergeht. Die Betroffenen ziehen sich von Freunden und Familie zurück und verlieren zunehmend das Interesse an anderen Dingen. Diese Isolierung kann den Mangel an Selbstwertgefühl verstärken, was die Betroffenen wiederum motiviert, durch die Gewichtskontrolle ein vermeintlich attraktiveres Äußeres zu erreichen.

 

Diagnose

Die Diagnose der Bulimie (Bulimia nervosa) kann anhand der Symptome sowie festgelegter Diagnosekriterien gestellt werden. Es ist empfehlenswert, ein ausführliches Gespräch mit den Betroffenen und mit einer oder mehreren nahe stehenden Menschen zu führen, um das Essverhalten und das Körperbild einschätzen zu können. Mithilfe von testpsychologischen Verfahren können eventuelle Persönlichkeitsstörungen neben der Bulimie aufgedeckt werden.

Die körperliche Untersuchung dient dazu, die Bulimie sowohl zu diagnostizieren als auch die durch die Bulimie entstandenen Folgen einzuschätzen. Das Körpergewicht wird dabei mit dem Body Mass Index (BMI) beurteilt. Des Weiteren wird bei der Untersuchung auf charakteristische Veränderungen geachtet: Typischerweise sind bei einer Bulimie die Zähne geschädigt, die Speicheldrüsen geschwollen und die Hände verändert. Anschließend werden Puls, Blutdruck und Temperatur gemessen; außerdem werden die Betroffenen neurologisch untersucht. Im Blut werden neben Routineuntersuchungen die Elektrolyte oder auch die Nierenwerte überprüft. Da der infolge einer Bulimie häufig auftretende Kaliummangel Herzrhythmusstörungen verursachen kann, wird das Herz mithilfe eines EKGs untersucht.

 

Therapie

Die Therapie der Bulimie (Bulimia nervosa) kann in der Regel ambulant erfolgen. Eine stationäre Einweisung ist bei der Bulimie erst dann nötig, wenn medizinische Komplikationen auftreten, die Betroffenen psychisch start belastet sind oder die ambulante Behandlung unwirksam ist.

Bei einer Bulimie zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, körperliche Beschwerden oder Veränderungen zu behandeln. Hierbei werden zum Beispiel Elektrolytstörungen ausgeglichen. Da angenommen wird, dass eine Bulimie Ausdruck einer tiefer liegenden psychischen Ursache ist, liegt der Schwerpunkt der Behandlung darauf, die Bulimie auf psychischer und verhaltensbedingter Ebene zu besiegen.

Essverhalten

Ein wichtiges Ziel der Langzeittherapie bei Bulimie besteht darin, das Essverhalten zu ändern. Dabei wird nicht nur auf eine ausreichende Kalorienzufuhr, sondern auf eine angemessene Nahrungszusammensetzung und zeitliche Verteilung der Nahrungsaufnahme geachtet. Dazu wird zunächst das Essverhalten untersucht. Danach wird über die biologischen und psychologischen Konsequenzen der Mangelernährung aufgeklärt. In einer abschließenden Übungsphase wird die Nahrungsaufnahme strukturiert. Häufig ist es beim Ernährungsmanagement erforderlich, die von Bulimie Betroffenen stark zu kontrollieren, da diese sich zwar oft scheinbar auf die Ernährungsumstellung einlassen, aus Angst vor einer Gewichtszunahme aber heimlich gewichtsreduzierende Maßnahmen ergreifen. Es ist daher erfolgversprechend, Belohnungen für das Einhalten der Therapie zu entwickeln.

Kognitiv-verhaltenstherapeutische Methoden

Im Laufe der Bulimie (Bulimia nervosa) sind gewichtsregulierende Maßnahmen als eine Art der Problemlösung aufgrund der Angst vor der Gewichtszunahme anerkannt worden. Die Betroffenen sollen nun lernen, auch ohne schlechtes Gewissen Nahrung zu sich zu nehmen und nicht durch Abführmittel oder Erbrechen in den normalen Prozess der Verdauung einzugreifen.

Darüber hinaus werden die der Ess-Brech-Sucht zugrunde liegenden irrationalen Annahmen bearbeitet. So kann zum Beispiel die Überzeugung, nur schlank liebenswert zu sein, ein Motiv für die strikte Gewichtskontrolle sein. In diesem Fall wird mit den Betroffenen erarbeitet, welche anderen Eigenschaften einen Menschen liebenswürdig machen. Es ist außerdem ratsam, Strategien zu erarbeiten, welche die Betroffenen unabhängiger von der Meinung anderer machen. Alternative Lebensinhalte und Quellen der Befriedigung sind dabei sehr hilfreich. Mithilfe von Übungen soll die bei der Bulimie bestehende Körperschema-Störung beseitigt oder vermindert werden.

 

Problemlösungsstrategien

Da Ess- und Brechanfälle bei der Bulimie (Bulimia nervosa) häufig nach Belastungssituationen auftreten, erhalten die Betroffenen Hilfe im Umgang mit solchen Situationen. So werden bei der Therapie der Bulimie andere Strategien eingeübt, mit denen die Betroffenen mit Stress und Problemen umgehen können. Dazu wird zum Beispiel eine Situation geschaffen, die gewöhnlich einen Essanfall auslöst. Dieser wird dann aber verhindert, und die Betroffenen werden aufgefordert, ein anderes Bewältigungsverhalten (zum Beispiel eine Entspannungsübung) auszuführen.

 

Gestaltungstherapie

Bei der Mal- oder Musiktherapie sollen die Betroffenen die Möglichkeit bekommen, Gefühle und Konflikte auszudrücken, die sie nicht direkt mitteilen möchten oder können. Ein gemaltes Bild kann für den Therapeuten einen wichtigen Zugang zu dem Erleben der Bulimie bedeuten.

 

Medikamente

Medikamente spielen bei der Behandlung der Bulimie (Bulimia nervosa) eine untergeordnete Rolle. In manchen Fällen werden jedoch trizyklische oder serotonerge Antidepressiva und Monoaminoxidase-Hemmer verabreicht. Der Hauptgrund für eine medikamentöse Therapie bei der Bulimie sind eine depressive Symptomatik oder die Prophylaxe eines Rückfalls. Dabei konnten bisher vor allem mit serotonergen Antidepressiva gute Ergebnisse erzielt werden.

 

Verlauf

Zum Verlauf der Bulimie (Bulimia nervosa) ist relativ wenig bekannt, da die Bulimie erst seit 1980 als eigenständige Diagnose existiert. Es wird davon ausgegangen, dass sich unbehandelt Phasen mit geringer und stark ausgeprägter Symptomatik abwechseln. Das bei der Bulimie typische Erbrechen führt zu medizinischen Folgeschäden: Durch den bei der Bulimie häufigen Kaliummangel können Herzrhythmusstörungen entstehen. Darüber hinaus sind Speiseröhrenentzündungen, Magenwandschädigungen, Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen, erhebliche Schädigungen des Zahnschmelzes und Veränderung an Haut und Haaren möglich. Durch das selbst ausgelöste Erbrechen kann die Mundhöhle verletzt werden; außerdem besteht Erstickungsgefahr, wenn Mageninhalt in die Luftröhre gelangt. Werden harntreibende und abführende Mittel missbräuchlich eingenommen, kommt es bei der Bulimie – neben dem Kaliummangel – zu weiteren schweren Störungen des Mineralstoffwechsels. Die mögliche Mangelernährung infolge der Bulimie hat negative Folgen für das Hormonsystem. In der Folge bleibt die Menstruation aus, es kommt zu Unfruchtbarkeit, Energiemangel und Kälteempfindlichkeit. Aufgrund der immensen Ausgaben für Lebensmittel und Abführmittel treten finanzielle Schwierigkeiten auf.

Bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen zeigen sich depressive Symptome. Stimmungslabilität, Schuldgefühle und Selbstmordgedanken werden bei der Bulimie im Zusammenhang mit Ess- und Brechanfällen beobachtet. Essanfälle bedingen Selbstvorwürfe – die Betroffenen sind der Meinung, sich selbst nicht ausreichend unter Kontrolle zu haben. Das Gefühl der Erleichterung nach dem Erbrechen ist von kurzer Dauer und wird von Niedergeschlagenheit abgelöst.

Im Durchschnitt besteht die Bulimie bereits fünf Jahre, ehe der erste Behandlungsversuch unternommen wird. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Betroffenen häufig versuchen, ihre Krankheit zu verheimlichen. Nach einer stationären Therapie in einem Fachzentrum können fünf Jahre später etwa 50 Prozent der Bulimie-Fälle als deutlich gebessert und 20 Prozent als teilweise gebessert bezeichnet werden. Bei den übrigen 40 Prozent bleibt ein Behandlungserfolg aus. Das scheint insbesondere bei zusätzlichen weiteren psychischen Störungen (depressive Symptomen, Angst- oder Zwangstörungen) der Fall zu sein. Die Sterblichkeit ist bei der Bulimie gering und liegt bei einem Prozent in einem Beobachtungszeitraum von fünf Jahren.

 

Vorbeugen

Maßnahmen zum Vorbeugen einer Bulimie (Bulimia nervosa) im klassischen Sinn gibt es nicht. Fällt im Familien- oder Freundeskreis ein Verhalten auf, das auf eine mögliche Bulimie hindeutet, sollten die Betroffenen zu einer Beratung motiviert werden. Dadurch können möglicherweise die Ausprägung und der Verlauf der Bulimie positiv beeinflusst werden.

 

Quelle: Onmeda


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